TIERE ALS BEGLEITER

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  Anette Bull
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Unser Alltag, ganz normal: jeden Tag wedelnd hinein und wedelnd hinaus!

bei der Arbeit

bei der Arbeit

Wir arbeiten in einem großen Altenheim in Luxemburg. Das Haus hat uns als Ergänzung eines bisher schon für Tiere offenen Konzeptes angestellt und wir arbeiten 4 Tage die Woche fast nur tiergestützt. Neben meinen drei Hunden sind noch ein Kater, ein Papagei, etliche Fische im Wintergarten-Bach und zwei Vogelvolieren im Haus. Die große Voliere wird ebenfalls von mir in Gruppenarbeit mit den Bewohnern betreut.

Die Hunde und ich versuchen, die interessierten Bewohner zu begleiten, solange sie eben bei uns sind, und so einen Beitrag zu einem guten Lebensgefühl in ihren letzten Jahren zu leisten. Und diejenigen, die in "guten Tagen" die Hunde gerne um sich hatten, können auch unsere Begleitung bis zuletzt gut annehmen.

Ich habe einen Arbeitsraum, den die Hunde als ihr zweites Zuhause betrachten. Je nach Zielstellung für die Bewohner biete ich die passende Einzel- oder Gruppenarbeit an. Natürlich mache ich auch Spaziergänge immer mit Bewohnern und Hunden. Es gibt etliche Bewohner, die es eher einsehen, sich zu bewegen, wenn die Hunde raus müssen, oder die einfach viel Freude daran haben, mit den Hunden zu gehen und Rosa beim Toben zuzusehen, Bälle zu werfen usw. Frida bewegt sich nicht mehr so viel und bleibt daher auch gerne bei jemandem an der Leine, wird mit Stolz geführt. Amelie lässt sich eh am liebsten auf dem Schoß durch den Park fahren.

Daneben aber geschieht natürlich von sich aus bzw. durch meine gezielte Intervention ständig "Tiergestütztes" bzw. "Hundegestütztes" – ob in der "Stuff" oder in den Fluren oder wenn ich sie zu den Einzelbetreuungen in die Zimmer mitnehme. Gar nicht selten verweilen Mitarbeiter auf ihren Wegen bei einem der Tiere und knuddeln es erst mal kräftig, freuen sich über die freundliche Annahme und gehen dann mit einem Lächeln im Gesicht weiter. Vielleicht wechseln sie noch einen Satz über Frida, Amelie und Rosa mit einem Bewohner in der Nähe oder sprechen einfach im Weggehen noch mit der Hündin. Vielleicht setzen sie sich zu einem Bewohner und locken gemeinsam eine der beiden heran.

Auch die vielen Besucher in unserem Haus, vor allem die Kinder, freuen sich über alle Tiere, die da sind. Es wird darüber gesprochen, wieviele Fische noch im Bach sind, wieviele Küken geschlüpft sind, ob die Pudel wieder beim Friseur waren. Besucherkinder begleiten mich bei der Hundegruppe oder bei der Volierenpflege, dürfen mit in den Park mit Frida an der Leine oder bringen uns abends zum Auto.

Sind wir im Haus oder auf dem Gelände unterwegs, werden Frida, Amelie und Rosa ständig angesprochen, wahrgenommen, herangelockt, gestreichelt, angeschaut. Sie sind immer Thema, und ich mache sie auch immer zum Thema. Ich versuche, die Bewohner an unserem Leben außerhalb des Hauses teilhaben zu lassen. Sind die Hunde dreckig vom Spaziergang, machen wir sie gemeinsam sauber; war eine beim Tierarzt, wird das berichtet. Amelies Schwangerschaft und die Welpenschar - na, das war ein spannendes Thema.

Normalität ist das. Gerade für die Landmenschen bei uns: dass man Tiere hat und sie dazugehören. Und wer möchte nicht so viel Normalität wie möglich in eine Pflegeinrichtung bringen?

Das Schönste aber ist, dass alle drei an jedem Arbeitstag mit wedelnder Rute ins Haus laufen. Ja, sie freuen sich auch, wenn wir wieder heimfahren (und dann Gassi gehen, egal wie dunkel es istů), aber sie kommen nach wie vor gerne mit.

Das Altenheim ist ihr zweites Zuhause geworden, und ich hoffe, dass sie ein Stück weit mit uns allen zusammen dazu beitragen, dass sich auch unsere Bewohner bei uns zuhause fühlen.